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Kaninchenfibel

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kaninchen2Das Kaninchen stammt vom europäischen Wildkaninchen ab. Obwohl Kaninchen oft als Hasen bezeichnet werden, sind sie mit diesen nicht näher verwandt und lassen sich mit diesen auch nicht kreuzen. Kaninchen gehören zu den „Hasenartigen" und nicht zu den Nagern.

 

 

Erst in den fünfziger Jahren wurde das Kaninchen in Deutschland als „Schmusetier" eingebürgert. Zuvor waren diese reine „Fleischlieferanten". Man unterscheidet heute über 100 Hauskaninchenrassen. Als Heimtiere werden meist die sogenannten „Zwergkaninchen" gehalten, die im Schnitt bis ca. 2 kg schwer werden. Daneben gibt es noch die ausgesprochenen „Fleischrassen", (z.B. „Deutsche Riesen"), die bis zu 10 kg wiegen können.

Verhalten:
Ursprünglich sind Kaninchen Höhlenbewohner. Mit ihren kräftigen Vorderläufen gräbt es zahlreiche Röhren in die Erde, die alle in einen Wohnkessel münden. Sie sind so genannte „Sippentiere". Ihre Gruppengröße kann zwischen 15-40 Tiere umfassen. Deshalb ist es sinnvoll, keine Einzelhaltung zu betreiben, da dies nicht artgerecht ist.

Die Verständigung untereinander erfolgt vor allem durch Körpersprache. Naht z. B. ein Feind, so warnen sich die Tiere gegenseitig durch starkes Klopfen mit den Hinterläufen. Unwohlsein drücken sie auch so ihrem Besitzer mit. Kauert es sich zusammen und legt die Ohren (Löffel) an den Körper, so hat es Angst. Bei aufgestellten Ohren ist es aufmerksam und freundlich gestimmt. Nur in größter Not beginnt es durchgehend zu schreien. Bei Krankheit und anhaltenden Schmerzen leidet es leise vor sich hin! Deshalb ist es für den Besitzer wichtig, sein Kaninchen in seinen Verhaltensweisen gut zu kennen und zu beobachten, um schnell eingreifen zu können, falls es ihm nicht gut gehen sollte.

Geschlechtsreife/Kastration:
Vor der Geschlechtsreife können mehrere Kaninchen verschiedenen Geschlechts zusammengehalten werden. Aber Vorsicht! Kaninchen sind sehr fruchtbar. Zwergkaninchenrassen werden mit ca. 12 Wochen geschlechtsreif. Frühreife auch schon früher. Ist kein Nachwuchs erwünscht, so sollten die männlichen Kaninchen (auch Rammler oder Böckchen genannt) zwischen der 10 und 12 Lebenswoche von den Weibchen getrennt werden. Sobald die Hoden aus der Bauchhöhle nach unten gewandert sind, sind diese auch beidseitig neben dem After zu ertasten. Sie sind somit ab diesem Zeitpunkt zeugungsfähig und können dann auch kastriert werden. Sind Sie sich nicht sicher, so stellen sie Ihr Tier dem Tierarzt vor. Achtung: Der Rammler ist nach der Kastration noch 3 Wochen zeugungsfähig!!! Deshalb unbedingt noch diese Zeit abwarten, bis dieser wieder zu den Weibchen dazugesetzt werden kann.

Beim Weibchen ist die Kastration etwas aufwendiger und wird deshalb im Regelfall nur bei gesundheitlichen Problemen (z.B. Gebärmuttervereiterung...) durchgeführt.

kaninchen1Nachwuchs:
Wurde das Weibchen gedeckt, so können zwischen 4 und 8 Welpen geboren werden, mitunter sind es auch bis zu 12! Oft ist eine Trächtigkeit für den Laien bis zur Geburt nicht zu erkennen. Die Tragezeit dauert 28 bis 33 Tage. Je nach Rasse schwankend. Die Zahl der möglichen Würfe pro Jahr liegt zwischen 6 und 10 Würfen!

Bereits am Tag der Geburt der Jungen ist es möglich, dass das Muttertier wieder gedeckt wird! (Hitzetage des Weibchens: alle 2 Wochen.)

Es ist gut zu überlegen, ob gezüchtet werden soll. Denn es ist schwierig, seriöse Abnehmer zu finden, die bereit sind, Verantwortung für die Tiere ca. 10 Jahre und länger (bei guter Haltung) zu übernehmen. Die Tierheime sind voll von unüberlegt angeschafften und dann abgeschobenen Kaninchen!

Kaninchenbabys:
Einige Zeit vor der Geburt rupft sich das Weibchen Bauchhaare aus, um damit das Nest warm auszupolstern. (Kommt auch bei Scheinträchtigkeit vor, wenn der Deckakt erfolglos war.)

Die Geburt findet meist über Nacht statt. Die Jungen werden als Nesthocker bezeichnet, und kommen nackt zur Welt . Die Augen sind noch geschlossen. Sorgen Sie sich nicht, wenn die Häsin sich scheinbar nicht um ihre Jungen kümmert. In freier Wildbahn werden die Babys nur einmal am Tag gesäugt. Die Muttermilch ist sehr reichhaltig und hält 24 Stunden vor. Nur selten säugt die Mutter die Jungen direkt nach der Geburt, meist geschieht dies zum ersten Mal erst in der darauffolgenden Nacht. Deshalb bleibt dies meist unbemerkt. Sind Sie sich nicht sicher, ob die Häsin ihren Mutterpflichten nachkommt, so kontrollieren Sie in den Morgenstunden das Nest. Sind die Babybäuche dick gefüllt, die Babys warm und trocken geleckt, so ist alles in Ordnung. Mit 4 Wochen beginnen die Kleinen, selbständig Nahrung aufzunehmen, trinken aber immer noch bei der Mutter.

Abgabe der Jungen:
Abgeben sollten Sie die Kleinen frühestens mit 10 Wochen. Bis dahin brauchen diese den Kontakt zu Mutter und Geschwister, um von ihnen ein natürliches Sozialverhalten zu lernen. In dieser Zeit wird das Immunsystem aufgebaut.

Handaufzucht:
Kommt die Häsin ihren Mutterpflichten nicht nach, oder sind die Babys verwaist, so ist Einsatz gefordert! Mit der Flasche muss ca. 5x in 24 Stunden gefüttert werden, da die Ersatznahrung nicht den gleichen Gehalt aufweist. Katzenaufzuchtsmilch (bei Ihrem Tierarzt erhältlich) ist gut geeignet. Dieses Milchpulver rührt man 1:2 mit Fencheltee an. (1Eßl.Milchpulver/2 Essl. Tee).

Nach jeder Fütterung muss das Bäuchlein in Richtung Darmausgang einige Minuten gerieben werden, um so die gefürchteten Blähungen zu verhindern. Ab der 4 Woche kann man langsam versuchen, normales Futter anzubieten. Milch dabei weiter verabreichen. Die Nahrungsumstellung sollte langsam erfolgen.

Wichtig: Das Nest muss warm gehalten werden. Eine Rotlichtlampe ist gut geeignet. Diese darf nur etwa die Hälfte des Nestes beleuchten. So können die Tiere etwas ausweichen, falls ihnen zu warm wird. Testen Sie den gewünschten Abstand mit Ihrer Hand. Niemals das „Häuschen" beleuchten, -Gefahr von Hitzestau!!!

kan2Vergesellschaftung:
In der Kaninchenhaltung haben sich folgende Vergesellschaftungen gut bewärt:

1 kastriertes Böckchen und 1 Weibchen,

oder

1 kastriertes Böckchen und 2 Weibchen.

Auch bei einer reinen Weibchengruppe (mehrere Tiere) kann ein Böckchen Ruhe und Ausgeglichenheit bringen, wo es ansonsten des Öfteren zu groben Rangeleien kommen kann.

Von mehreren gemeinsam gehaltenen unkastrierten Böckchen ist dringend abzuraten, da diese ab der Geschlechtsreife unerbittliche Rangordnungskämpfe durchführen.

Es ist davon abzuraten, 1 Kaninchen mit 1 Meerschweinchen zu vergesellschaften, da diese von ihren Bedürfnissen und Körpersprache doch recht unterschiedlich sind. Dies kann nur eine Notlösung darstellen, damit das Kaninchen etwas Unterhaltung hat, glücklich wird es damit aber nicht.

Wiederum in Ordnung ist die Haltung von mehreren Kaninchen und mehreren Meerschweinchen in einem gemeinsamen Gehege, solange sie sich gegenseitig akzeptieren. Ausweichmöglichkeiten sollten gewährleistet sein. Ein Partner der eigenen Art ist aber aus neuester Sicht unerlässlich!

Platzbedarf/Ausstattung:
Die handelsüblichen Käfige sind meist zu klein, hier kann keine artgerechte Haltung stattfinden! Kaninchen rennen, springen, hoppeln, drehen Pirouetten in der Luft, schlagen Haken..., dies ist in einem Käfig alles nicht möglich. Es können Verhaltensstörungen verschiedenster Art auftreten; die Muskulatur wird ungenügend aufgebaut, so dass sich das Kaninchen beim Ausschlagen der Hinterpfoten selbst das Kreuz brechen kann; Aggressionen dem Partner und dem Halter gegenüber sind vorprogrammiert; Fettsucht wegen Bewegungsmangel sind die Folge; Kurzatmigkeit mit Herzerkrankungen; Teilnahmslosigkeit und Apathie treten auf, nur um einige Leidenswege in Käfighaltung aufzuzeigen!

Ein Kaninchenpärchen wird glücklich, wenn Sie ihm 4-6 m² Wohlfühlfläche ermöglichen. Als Einstreu eignen sich Sägespäne oder käufliche Kaninchenstreu. Für ein Außengehege ist Rindenmulch vorzuziehen, da Wasser besser nach unten abtrocknen kann, und das Kaninchen nicht die Möglichkeit bekommt, nasses Gras (Kolik) zu fressen. Völlig ungeeignet ist Katzenstreu (Verschmutzung des Afters und des Fells) und Sägemehl, (Staublunge, Verschmutzung des Afters und des Fells).

Bei der Einrichtung sind keine Grenzen gesetzt. Hier kommt der Bastler zu seiner Freude! Lassen Sie sich etwas einfallen. Kaninchen freuen sich über Unterschlupfe zum Verstecken und schlafen, erhöhte Plattformen, um das Geschehen um sich herum zu beobachten. Viele sehen auch gerne aus dem Fenster (geschlossen!)- das Gehege evt. so bauen, dass ein Fenster miteinbezogen werden kann, mit verschiedenen Ebenen und Wegen zum Fenstersims hin. Baumstümpfe, Röhren... ergänzen die Einrichtung.

Freigehege:
Ein Freigehege sollte genau so abwechslungsreich gestaltet und für andere Tiere (Fuchs, Marder, Ratten...) einbruchsicher sein. Den Zaun mind. 50 cm tief in die Erde eingraben, denn die Kaninchen buddeln sehr tiefe Löcher. Rindenmulch als Bodenbelag.

Weitere Tipps zur Gestaltung, Sicherung und winterfeste Außengehege finden Sie in einem sehr empfehlenswertem Buch für Kaninchenfans. Siehe Buchtip!!!

Verhaltensstörungen/Ursachen:
Beobachtete Verhaltensstörungen, die sich auch sehr negativ auf die Gesundheit auswirken können: ständiges Gitternagen, auszupfen von Haaren bis hin zum Anknabbern des eigenen Körpers, ständiges Lecken, Aggression dem Halter und anderen Kaninchen gegenüber. Auslöser: Einzelhaltung, reine Käfighaltung, zu enger Wohnraum bzw. zu wenig Auslauf, falsche Vergesellschaftung, zu wenig Beschäftigung/Anreize.

Gesunde Ernährung

kan3Heu:
Frisches Heu sollte dem Kaninchen ständig zur Verfügung stehen. Kaninchen fressen bis zu 80x am Tag. Der Magen muss ständig beschäftigt sein, da der Weitertransport der Nahrung nur durch Nachstopfung gewährleistet ist. (Träge Magen-Darmbewegung). Bei zu langem Liegen der Nahrung ohne Weitertransport entsteht die gefährliche Trommelsucht (Magen-Darmkoliken, die beim Kaninchen sehr schnell zum Tod führen können.). Deshalb darf ein Kaninchen auchniemals auf „Null-Diät" gesetzt werden, auch nicht vor einer Operation, wie dies z.B. bei Hund oder Katze erwünscht ist.

Wasser:
Frisches Trinkwasser sollte dem Kaninchen ständig zur Verfügung stehen. Dabei ist eine Trinkschale, die gut zu reinigen ist, zu bevorzugen, da die Kugeln der Wasserspender oft verkalken und bei Außenhaltung sehr schnell einfrieren. Außerdem bleibt das Kaninchen mit der Zunge an der Metallkugel der Tränke hängen. Zusätzlich lagern sich oftmals Algen an, die mit dem bloßen Auge in der ersten Zeit nicht zu erkennen sind, das Wasser aber von den Algen schon verunreinigt ist.

Grünfutter:
Zusätzlich kann Grünfutter angeboten werden. Wie z.B.: Hasenscharte, Beifuss, junge Brennnesseln(angewelkt), Kamille, Luzerne, Pfefferminze, Salbei, Sauerampfer, Schafgarbe. Weißklee, Rotklee, Gras und Löwenzahn nur in kleinsten Mengen, da diese oft Durchfall auslösen. Diese Pflanzen sollten alle ungespritzt und nicht vom Straßenrand sein.

Frische Küchenkräuter: Salbei, Dill, Petersilie, Schnittlauch.

Gemüse und Obst: Apfel, Birne, Broccoli, Chicoree, Endivie, Erbsengrün, Feldsalat, Fenchel, Futterrübe, Kartoffel gekocht und ohne Keime, Kresse, Möhre mit Kraut, grüner Paprika, Radieschenblätter, Salatgurke, Sellerie, Stangensellerie, Tomate. Chinakohl, Kohl nur in ganz geringen Maßen, da dieser oftmals Blähungen auslöst. Mais in Maßen, da dieser sehr kalorienhaltig ist. Daher ist dieser eher für ein untergewichtiges Kaninchen für zwischendurch zum Aufpäppeln geeignet.

Über die Wintermonate kann auch etwas Trockenobst (Apfelringe) angeboten werden.

Knabberzeug:
Bieten sie ihrem Kaninchen regelmäßig Knabberzeug an. Dieses dient zur Beschäftigung, und gesunden Zahnabnutzung. Frischgeschnittene Zweige mit den Blättern von: z.B. Buche, Birke, Erle, Haselnuss, Ahorn, Obstbäumen. (ungespritzt und nicht gefroren). Für den Winter können auch Zweige mit den Blättern getrocknet und dann angeboten werden. Alles Grün- u. Saftfutter, das nicht innerhalb von wenigen Stunden gefressen wurde, wieder herausnehmen, um die Umgebung nicht zu beschmutzen. Es darf nichts faulen oder schimmeln!

Kaninchen lieben Grünfutter. Es darf aber erst einige Stunden nach dem frisch gereichten Heu angeboten werden, um Blähungen vorzubeugen! Und nur in Maßen.

Ungeeignet:
Haferflocken, Knabberstangen, Fertigfutter, Kopfsalat (bläht, nitrathaltig). Trockenes Brot nur zum Aufpäppeln. Die landläufige Meinung, hartes Brot sei gut für die Zähne ist falsch! Brot weicht mit dem Speichel sehr schnell auf, und ist zudem sehr kalorienhaltig. Besser Knabberäste aus der Natur!

Was frisst mein Kaninchen noch?

Jedes Kaninchen frisst seinen Blinddarmkot. Er sieht anders aus als die normalen Kaninchenköttel. (Andere Form, mit glänzendem Film überzogen). Dieser wird nach der Ausscheidung meist gleich wieder gefressen. Meist bemerkt dies der Besitzer gar nicht. In ihm stecken wertvolle Vitamine, die das Tier benötigt.

Fertigfutter aus dem Handel:

Kaninchen brauchen kein Fertigfutter aus dem Handel. Diese bestehen meist aus sehr ungünstigen Futterzusammensetzungen und Zuckerzusätzen. Wenn Sie Ihr Kaninchen wie bereits beschrieben füttern, so ist es gut versorgt. Wenn sie unbedingt Fertigfutter zugeben möchten, dann achten sie darauf, dass möglichst wenig Getreide darin enthalten ist. Fütterungsempfehlung: Nur als zusätzliches Leckerli anbieten: Pro Kaninchen und Tagesration: einen Esslöffel! Nicht mehr.

Empfehlung: „Zwergkaninchenfutter light" Von der Firma JR-Farm - Ohne Getreide, mit Lieschgras, Spitzwegerich, Wiesenschwingel, Knäuelgras, Frauenmantel, Wiesenrispe, Karotten, Erbsenflocken, Pastinaken, Kartoffeln, Lauch.

Oder: Prestige Cuni Indoor Nature mit wenig Getreide.

Beide Fertigfutter z.B. bei www.zooplus.de erhältlich.

Allgemeine Fütterungsempfehlung:
Morgens: täglich frisches Heu und Wasser, ganztägig erreichbar. Nachmittags: Grünfutter, Obst und Gemüse. Abends: 1 Essl. Fertigfutter

Das kranke Kaninchen

Zum Aufpäppeln:
„Critical Care" (Alleinfuttermittel zur Verabreichung in der Rekonvaleszenz), erhältlich bei ihrem Tierarzt. Zusätzlich kann Babynahrung z.B. von Hipp verabreicht werden. Babybrei-Apfel und Babybrei-Karotte. Bei Durchfall nur Heu und Wasser verabreichen. Bei längerem (2 Tage) oder sehr starkem Durchfall stellen sie ihr Kaninchen ihrem Tierarzt vor.

Der TÜV Zuhause:
Nicht nur das Verhalten des Kaninchens sollte beobachtet werden, sondern auch das Aussehen an sich ist sehr wichtig, um Krankheiten vorzubeugen, bzw. zu erkennen! Nehmen Sie sich hin und wieder Zeit, und schauen Sie sich Ihr Kaninchen genau an. Hier eine Checkliste, die sie ganz einfach Zuhause von Zeit zu Zeit durcharbeiten können.

 Checkliste  Nähere Erklärung  Auftretende Probleme
 Gewicht, Ernährungszustand,

Nahrungsaufnahme,

 Ein K. sollte im Erwachsenenalter keine großen Gewichtsschwankungen haben. Beim Streicheln fühlen Sie, ob Ihr K. Fett angesammelt hat, oder ob es in letzter Zeit magerer geworden ist. Verdickungen sind leicht tastbar. (Tumor?)

Beim Füttern beobachten, ob es tatsächlich schluckt, oder nur ständig darauf herumkaut.
Kann auch auf einer Küchenwaage gewogen werden.

 Gewichtsreduktion: kann viele Krankheitsursachen haben, klären Sie dies mit Ihrem Tierarzt frühzeitig ab. Gewichtszunahme: Zu einseitige Fütterung, oftmals ungesundes Fertigfutter aus der Fertigtiernahrung.

Tips: Siehe "gesunde Ernährung".

 Zähne, Mundbereich,  Zähne wachsen beim K. ständig nach. Die Möglichkeit

zur gesunden Zahnabnutzung geben. Bei Speicheln und nicht richtig kauen ist etwas nicht in

Ordnung. Gegebenenfalls durch Ihren Tierarzt Zähne kürzen lassen.

 Fehlstellungen der Zähne, nicht genügend Abnützung, Nahrung wird bei Schmerz nicht richtig zermahlen,

Mundschleimhautentzündungen, offene Stellen, Eitertaschen,…

 Pflegezustand,

Parasitenbefall,

 Verfilzte Stellen im Haarkleid,-

Langhaarkaninchen mit weicher Bürste kämmen.

Vorsicht: K. die daran nicht von klein auf daran gewöhnt sind, versetzt man zu sehr in Stress,- dann besser verfilzte Stellen von Zeit zu Zeit mit einer dafür geeigneten Schere vorsichtig entfernen.
(Auf Haut achten!!)
Haarausfall?
Stumpfes Fell? Kratzt es sich öfters als sonst?
Hautrötungen, offene Stellen, Schuppen, Juckreiz…

 Verfilzte Stellen verursachen nässende Ekzeme, die durch das verfilzte Haar oft nicht zu erkennen sind.

Dadurch oft auch Madenbefall!

Siehe auch bei "Afterbereich".

Flöhe, Milbenbefall, Haarlinge, Läuse,

Ohrmilben, Pilzbefall, Allergien,

zu scharfe Reinigungsmittel im

Wohnbereich,…

 Ohren,

Nase,

Augen,

 Ohren, Nase, Augen sollten sauber und nicht gerötet/entzündet sein, keinerlei Schwellungen/ Verletzungen aufweisen. Die Nase sollte nicht triefen, bzw. keinen Ausfluss aufweisen, die Augen sollten klar

und gleich weit offen sein.

 Ohren-Nasen-Augenentzündungen durch: Zugluft, zu schnellen Temperaturwechsel, falscher Einstreu. Verletzungen jeglicher Art; Fremdkörper; Vereiterungen im Nasenhöhlenbereich; Kiefertumore, die über das Auge oder die Nase aufbrechen. Ohrmilbenbefall durch dunkle Krumen zu erkennen,…
 Krallen,

Fußballen,

 Bei zu wenig Bewegung nutzen sich die Krallen nicht genügend ab. Daher ist Krallenschneiden wichtig. Nicht zu kurz, sonst schneidet man in den Nerv. Blut

tritt aus, schmerzhaft! Bei hellen Krallen ist er als

rot-brauner Strang zu erkennen.

Ihr Tierarzt führt diese Behandlung routinemäßig durch.

Fußballen sollen ohne Verschmutzung, Entzündung,

Einrisse sein.

 Zu lange Krallen schmerzen bei Bewegung. Können in die Ballen/

Fußsohlen einwachsen.

Verletzungsrisiko beim hängenbleiben.

Wunde Fußballen weisen auf zu wenig Bewegung und falschen Untergrund/

Boden hin. Einstreu und Haltungs-

bedingungen überdenken!

 Afterbereich,

Stuhlkontrolle,

Urinabsatz,

 Der Afterbereich ist sehr wichtig.

Dieser sollte immer sauber sein. Richtig füttern, dann entsteht kein Durchfall!

Von Zeit zu Zeit einen Blick darauf werfen.

Wohnung des K. immer sauber halten, vor allem in den

Sommermonaten!

Tägliches entfernen von verschmutzter Einstreu ist sehr wichtig! Keine Feuchtigkeit im Wohnbereich!

1x wöchentlich komplette Reinigung nötig!

Die Köttel (Kot) sollten eine runde bis ovale Form haben. Kein Blutzusatz oder Schleim.

(Nicht mit Blinddarmkot verwechseln.)

Urin hat meist eine rötliche Farbe. Dies ist normal.

 Bei Verklebungen durch Kot klebt dieser am gesamten "Hinterteil".

Fliegen legen dann dort ihre Eier ab.

Es entstehen Maden, die das gesamte

umliegende Gewebe stark schädigen.

Sehr schmerzhaft, das K. wird förmlich lebendig aufgefressen!!!

Oftmals erkennen dies Besitzer zu spät, so dass der Tierarzt nicht mehr helfen kann.

Schwierigkeiten beim Urinieren deuten z.B. auf eine Blasenentzündung hin.

(- Keine nassen Stellen im Wohnbereich – K. kann nicht pinkeln)

 Wundheilung  Bei Wunden immer den Tierarzt konsultieren.

Nicht versuchen, selbst daran herum zu doktern!

Nach Angabe des Tierarztes Medikamente konsequent verabreichen. Wunde im Auge behalten, Heilvorgang beobachten. (Fortschritte)

 Gleiches Problem, wie bei

Verschmutzung am After –Madenbefall!

Infektionen können auftreten. 

Sonstige Auffälligkeiten, Zeigt mein K. Verhalten, das es früher nie zeigte? Schädigt es sich dabei? Wirkt es schlapp? Verschiedenste Ursachen können in Frage kommen.

 

Fällt Ihnen irgendetwas negativ auf, so scheuen Sie sich nicht, und konsultieren Sie Ihren Tierarzt.

Ein gesundes Kaninchen ist munter, nimmt seine Umgebung mit Interesse war, putzt sich und seinen Partner, frisst und trinkt regelmäßig, wirkt rundherum ausgeglichen. P.S. , Kaninchen sind sehr stressanfällig!!

Buchtip:
Sehr gute Fachliteratur: (Rund um's Kaninchen)

Ruth Morgenegg

„Artgerechte Haltung auch für –(Zwerg-) Kaninchen"

Kik-Verlag, Verlag kann sich inzwischen geändert haben!

ISDN-3-906581-35-7

 

Bei der „Kaninchenhilfe" können sie zusätzliches Infomaterial beziehen. Dieser Verein gibt des Weiteren Hilfestellungen rund um die Haltung von Kaninchen.

Ansprechpartner für Ihre Region:
Linda Böhm

Tel.: 0821-4 80 41 80 - e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Internet: www.kaninchenhilfe.com

 

Für Fragen steht Ihnen natürlich auch Ihr Praxisteam zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude an Ihren Kaninchen.

Dr. Wulf-D. Kavasch, 1. Vors.